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Donnerstag, 31. Oktober 2019

Mongolei 3

 Wilde Mongolei, das wohl größte Abenteuer bisher!

Mit einer 
KTM 790 ADV, 
Zelt, 
Campingkocher,
und eigener französischen Köchin 
tagelang quer durch die Wildnis.


Hier in Olgii, nach dem Golden Eagle Festival wollte ich eig. so schnell als möglich nach Ulaanbaatar fahren, denn es wurde bereits immer kälter! 
Geplant hätte ich die Südroute zu nehmen- das sind ca. 1500km von hier. Auf dieser Strecke soll angeblich alles bis auf 150km asphaltiert sein! Was ich definitiv nicht erwartet hätte in der Mongolei!

Doch wie immer, ändern sich die Pläne schnell..

Hier im Traveler Hostel traf ich Emily aus Frankreich- sie möchte sich ein Motorrad ausleihen und paar Tage raus ins Land fahren!
Das gibts eig, nicht ein Mädl, dass mehr Messer mit hat als ich! (und ich habe 5 Messer dabei)

Ich dachte- warum eig. nicht, genau das ist das wahre Abenteuer! Und somit fuhren wir gemeinsam los.

Der Plan war ca. 4 Tage raus in die Wildnis- wohin es uns gefällt, Straßen und Zivilisation sind überbewertet!



Emily hatte sich für $25 ein chinesisches Bike, 150cc ausgeliehen (jeder Einheimische fährt so ein Bike hier).
Ich fragte wie es mit Ersatzteile, Ersatzschlauch, Werkzeug, Reichweite Tank,.. aussieht? 
Sie: Warum? Braucht man sowas?
Oh Gott ja, wir fahren in einer der abgelegensten Gegenden der Welt.., schlussendlich bekam sie einen Reserveschlauch mit, den Rest wie Werkzeug, Luftpumpe, Wissen hatte ich.

Mein Risiko:
Emily fuhr bislang nur Roller in Paris, hatte noch nie manuel geschalten, geschweige denn Offroad Erfahrung.. naja immerhin ist sie schon mal mit zwei Rädern gefahren.😅

Ab zum Einkaufen:

das ist nur ein Teil...

Was braucht man so für 4 Tage als Selbsversorger?!

Das hätte ein normaler abenteuerlustiger Mann gekauft:
Pasta, Tomatensauce, Stange Wurst, Dosenfisch, "Hülsenfrüchte"

und das kauft eine französiche Köchin:
Olivenöl, Pasta, China Nudeln, Reis, Karotten, Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch, Himalaya Salz, viele verschiedene Gewürze, Soja Sauce, Dose Fisch, Nüsse, getrocknete Früchte, Süßes, Käse, Brot... ich habe sicher was vergessen🙈

Mann, ich habe nicht einmal Salz und Pfeffer dabei..😄
... nachdem ich einen Anhänger gekauft hatte, konnten wir dann los..

Ganz wichtig war noch der Vodka- schließlich wurde es kalt! In der Nacht bis zu -5°C

Wir waren ein gutes Duo- sie kocht und ich schaue auf die Bikes- nur wusste sie nicht, dass meine KTM nie probleme macht, mal schauen wies mit dem China Bike aussieht.😝


Alles aufgepackt.- jetzt kann es los gehen, JUHUUUUU


Nach kurzer Einweisung wie so eine manuelle Gangschaltung funktioniert, gings auch schon los.
Verflixt bei dem China Bike ist die Schaltung verkehrt rum- erster Gang oben, restlichen runter...
Und ich dacht mir, warum sie sich so anstellt😄 - mein Fehler

Nach den ersten Metern nochmal das Gepäck besser verzurrt und ab gehts.



Links, rechts oder doch gerade aus- das ist typisch für die Mongolei

Emily hat es echt schon gut heraußen und ein Gefühl für das Bike

Uups- brauchst du Hilfe? Ich muss sagen, dass es teilweise etwas anspruchsvolleres Gelände war- da bin ich ihr dann die schwierigsten Passagen gefahren. Mann, das China Bike ist aber auch echt kacke zu fahren.

Hier sieht es gut aus, da schlagen wir unser Camp auf am Achit Lake.

Wir blieben nicht lange unbemerkt- ein Nomade auf seinem Pferd, leider konnten wir uns nicht wirklich verständigen.
Alle Mongolen sind extrem gastfreundlich und laden einen sofort in ihre Yurte ein, da gibts dann Vodka oder fermentierte Milch..
Wenn man jedoch nach einem ganzen Tag auf dem Bike fertig ist und seine Ruhe haben will, ist es besser wo zu campen abseits von Yurten...


Und jeden Tag bedankten wir uns für diesen wunderbaren Tag und stießen auf die Sonne an.

Bewegung und körperliche Fitness ist die Basis jeden Abenteuers.

 und A Handstand a day keeps the doctor away



Juhuii habe Feuer mit meinem Feuerstein gemacht


Jetzt noch bissl Frühstücken mit warmen Tee, dann brechen wir wieder auf.

Danke Bike

Fahren oder fliegen.


Mittagspause, einfach wo stehen bleiben, Jausnen und genießen.


Tomatenbrot mit Olivenöl, Knoblauch, und Salz- so esse ich nicht einmal zu Hause

Meine Dose Fisch, welche ich mir von zu Hause als Notration mitgenommen habe- jetzt wird sie fällig, war richtig gut

einfach genießen

Sembeno- Hello

Die Leute sind immer Neugierig um uns und die KTM

OOOhhhh

Im Ort Nogoonuur angekommen, also DAS hatten wir nicht erwartet.
Mitten im Nichts auf einmal so eine "Zivilisierte" Stadt.
Unglaublich, und endlich wieder Benzin- wir sind gerettet. 
Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass man in der Mongolei mittlerweile alle ~200km Benzin bekommt. Also kein Stess.

Supermarkt- haben die eventuell ein kaltes Bier??
Auch so einen Supermarkt mit dieser Auswahl hatte ich nicht erwartet.

Und gab es ein Bier?

Oh Fremde, komisches Kamel!

Diese Gegend hier ist muslimisch, sprich man sollte keinen Alkohol in der Öffentlichkeit trinken- darum sind wir raus ins Nichts gefahren um es zu genießen.

Ja wir haben Bier gefunden, zwar nicht kalt dafür stark.
Und wieder blieb ein neugieriger Jäger stehen, immer Lustig sich mit denen mit Hände und Füße zu unterhalten- alle sind super gut drauf.
Weiter gings- schlechte Piste!

Flussquerung
Dieser Fluss war der tiefste und breiteste bisher. Also eine geeignete Stelle suchen und Vollgas. Ich habe Emilys Bike rüber gefahren und danach meines. Leider habe ich hier meine warmen Handschuhe am Seitenkoffer liegen gelassen... die schwommen wenig später unbemerkt davon. Naja Opfer muss man wohl bringen.
Och und jetzt?? Hier soll eine Straße sein laut Navi.

An der anderen Seite angekommen gings ohne Handschuhe weiter.
Wir wollten eig. zum nächst größeren See zum campen, leider war diese Distanz heute nicht mehr möglich bei den Straßen. Außerdem war es super windig und es war bereits spät.
Also Ausschau halten, wo wir unsere Zelte aufstellen können.

Wilde Pferdeherden
Überall zu windig, bei diesen Temperaturen Nachts sollten wir was windstilles finden.

Das sieht ja gar nicht so schlecht aus, ein vorübergehend verlassener Bauernhof- das war unsere Rettung.



Hier bleiben wir heute Nacht, auf dieser Seite ist der Wind nicht so stark

Nachdem die Zelter standen, begannen wir zu kochen


Der nächste Morgen: 
liegst im Zelt, hast dein ganzes Gewand an, komplett eingepackt im Schlafsack und hörst ganz nah komische Geräusche...
Sind es Reiter... sind es Nomaden, sind es wilde Tiere... ist es eine Herde?? 
Der Puls steigt...
Langsam machst du den Reisverschluss deines Zeltes auf, das Messer griffbereit und bist super gespannt was dich jetzt gleich erwartet..

Schlussendlich war es eine harmlose Kuhherde

Wenn du hier draußen bist, wird dir vieles klar. 
Nichts ist mehr selbst verständlich. Mehr oder weniger das nackte Überleben.. Die Kraft der Sonne ist einfach das größte Geschenk- das ist LEBEN.
Und das wird einem erst bewusst, wenn es dunkel, windig und kalt wird, und du dich einfach wieder auf den nächsten Morgen freust! 

Eis auf der Innenseite des Zelts

Und weiter gehts am Morgen

Wilde Pferde


Manchmal hatte wir uns auch verfahren, am Navi waren wir nur 1mm ab vom Weg- in Wirklichkeit waren es bereits 2km. Also quer Feld ein, bis wir wieder auf einen Weg stoßen..


Sind wir noch richtig?

Let's fetz

Teilweise tiefer Sand, Waschbrettstraße- nicht mein Favourite



Hier ist ein schöner Platz, lass uns Mittag machen.


Das Essen von gestern Abend nochmal warm gemacht

Und danach etwas rasten..


BikePorn

Unbegreiflich, hier fahre ich echt gerade. Ich bin überglücklich

Es läuft einfach Alles..

Sollte ich noch mal hier her kommen, dann definitiv wieder mit diesem gewaltigen Bike. Ingenieurskunst aus Mattighofen. Bam


Auf diese Aussicht stoßen wir an

Nomads Teenager, man beachte die Lautsprecher


A Handstand a day...


Ab jetzt wirds wieder flach


Angekommen im nächsten Ort: Ulaangom
Weiter gehts aus dem Ort und wieder einen Campingspot suchen.

Wieder ein Super Platz am Fluss

und gleich wieder die Zelter aufbauen


Danach kochen und Aufsehen errregen.
Ohhh, oranges Kamel

Ich liebe es Feuer zu machen, zum Glück gabs hier viel, viel Brennholz

Das war wohl die kälteste Nacht bisher: -5°C
In dieser Nacht hatte ich alles an:
Zelt, Isomatte, Schlafsack, 2 paar Socken, Unterhose, lange Funktions Unterwäsche, 2 T-shirts, langärmliges Thermo Shirt, Pullover, zweiten Kaputzen Pullover, Jogginghose, normale Hose, Halstuch, Sturmhaube und dann noch mit allen Jacken zugedeckt.

Meißt wird man in der Nacht öfters munter, speziell so um 4 Uhr, dann weiß man- bald geht die Sonne wieder auf.

Auch der Vodka hilft gegen die Kälte
Am Abend paar Bier und traditionell ein paar Shot's Vodka bewirken Wunder beim Schlafen.

Das faszinierende ist, dass man nicht Krank wird- man ist voll auf das Abenteuer- die Kälte eingestellt, man weiß ungefähr was auf einem zukommt. Die ganze Reise wurde ich nicht einmal krank.

Das erinnert mich an das Bundesheer- bei kalter Nässe stundenlang draußen- kein Problem. 
Machst du das einmal zu Hause- zack bist du Krank.😄
Also alles Kopfsache!





gefrorener Tau


Du schaffst das!


Und wieder Mittagessen mit gewaltiger Aussicht- wann hat man schon Kamele vor sich frei rumlaufen.

Essen wärmen

Benzin benzin





Traumhaft, bis auf die Waschbrettpiste


Es wird schon finster- nicht so angenehm mit meinem schwarzem visier und dem Staub.

Einfach schön- schade,dass es auf dem Foto nicht so rüber kommt

Tanken tanke tanken, ist immer noch ein super Gefühl wenn man wider Sprit bekommt- meistens 92oct.

Endlich angekommen im Hotel in Khovd, wow wir bekamen sogar eine beheizte Garage für unsere Pferde

Also das war wohl der verrückteste Kontrast, welchen ich je erlebt habe. Von der Wildnis rein in ein Hotel. 
Es war auf einmal alles warm, man konnte sich duschen, man bestellt einfach so Essen....

Unser Hotelzimmer



vom Loch im Boden, zum Porsche Klo

Diese Strecke sind wir gefahren, 2% Asphalt- der Rest waren typische Mongolische Straßen
Hier in Khovd trennten sich unsere Wege wieder- Emily fuhr wieder zurück nach Ölgii und ich nahm die Südroute nach Ulaanbaatar in Angriff.

Danke Emily für das gigantische Abenteuer- welches ich alleine nicht angegangen wäre.

Insgeheim hatte ich mir, seit ich von zu Hause weg gefahren bin folgendes gewunschen:
Ich würde gerne zu zweit durch die Mongolei fahren, am coolsten wäre es mit einem Mädl auf ihrem eigenen Bike...... 
(Das ist zwar ziemlich unrealistisch, aber wünschen kann ich es mir...)

Naja das kam doch schon verdammt nah an meinen Wunsch ran😉

Überigens liefen unsere Bikes einwandfrei- sogar das chinesische!

Ja das ist wirklich in der Mongolei- Südroute, 170kmh Vollgas


PS: diesen Post habe ich zweimal schreiben müssen, da nach 3 Stunden Arbeit Alles weg war- Software Fehler von Blogger.com!!!!!
Ich war ziemlich verärgert- weil man doch viel Zeit und Emotionen reinsteckt.

Naja also setzte ich mich noch mal hin und schrieb alles neu. Natürlich wird auch der Post immer anders.


Und hier noch ein paar Eindrücke:


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